Dauerkarten als Dauerbrenner bei Betriebsprüfungen

Geschäftspartner und Arbeitnehmer müssen Geschenke versteuern

 

Fußballdauerkarten sind sehr beliebt, sichern sie den Fans doch den Eintritt zu allen Spielen ihrer Lieblingsmannschaft. Gern lädt auch der Chef seine Arbeitnehmer oder Geschäftspartner auf seine Firmendauerkarte zum Besuch des Fußballspiels ein. Getreu dem Sprichwort Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, denkt der Beschenkte dabei zunächst nicht an die Einkommensteuer. Doch gerade Fußballdauerkarten, VIP-Karten oder Business Seats geben immer wieder Anlass zum Streit mit dem Finanzamt.

Für den Firmeninhaber sind die Aufwendungen zwar betrieblich veranlasst, jedoch in der Regel nicht in vollem Umfang steuerlich als Betriebsausgaben abzugsfähig. Da auf der Seite der Empfänger (Geschäftspartner, Arbeitnehmer) auch die Privatsphäre berührt wird, stellt sich auch hier die Frage, was VIP-Karten eigentlich sind und wie diese steuerlich behandelt werden müssen?

Wie so oft hängt die steuerliche Behandlung davon ab, was eigentlich vertraglich vereinbart wurde. Entscheidend ist, ob der Unternehmer nur Dauerkarten bzw. Eintrittskarten und ggf. weitere Dienstleistungen erwirbt, oder ob er auch für sein Unternehmen werben kann.

Bei VIP-Logen und Business-Seats ist pauschale Aufteilung möglich

Oftmals wird ein Gesamtpaket vereinbart. Der Unternehmer erhält nicht nur Eintrittskarten für VIP-Logen, sondern auch die Möglichkeit der Bewirtung seiner Geschäftsfreunde und Arbeitnehmer, kostenfreie Parkplätze, Hostessenservice sowie Werbeleistungen in Form der Werbung über Lautsprecheransagen, auf Videowänden oder in Vereinsmagazinen. Für solche Fälle gewährt die Finanzverwaltung nach dem sogenannten VIP-Logen-Erlass eine pauschale Aufteilung der Aufwendungen in 40 % Werbung, 30 % Geschenke und 30 % Bewirtung. Die Werbeaufwendungen und die Geschenke an Arbeitnehmer sind dabei komplett als Betriebsausgabe abziehbar, die Bewirtungsaufwendungen in der Regel zu 70 %. Der auf Geschäftsfreunde entfallende Anteil der Geschenke ist regelmäßig nicht als Betriebsausgabe abziehbar. Denn nur wenn die Geschenke je Geschäftspartner und Jahr 35 Euro nicht übersteigen, werden die Aufwendungen steuerlich als Betriebsausgaben anerkannt.

Auch bei Business-Seats ist in der Regel eine pauschale Aufteilung möglich. Hierbei umfasst das Gesamtpaket neben den bevorzugten Eintrittsberechtigungen und Sitzplätzen auch Catering, Parkmöglichkeiten, persönliche Betreuung etc., jedoch keine Werbeleistungen. Der Fiskus akzeptiert dabei eine pauschale Aufteilung in 50 % für Bewirtung und 50 % für Geschenke.

Doch nicht in jedem Fall wird eine pauschale Aufteilung anerkannt.

Business-Seats ohne Werbeleistung sind Geschenke

In einem aktuellen Urteil entschied das Finanzgericht Bremen, dass es sich bei den gesamten Aufwendungen um Geschenke handelt. Was war passiert? Das Unternehmen hatte fünf Dauerkarten im Rahmen eines Business-Seats seinen Mitarbeitern, Geschäftspartnern und deren Mitarbeitern zum Besuch eines Fußballspiels zur Verfügung gestellt. Laut Vertrag gewährte der Verein folgende Leistungen: Tribünen-Plätze, Vorkaufsrecht auf Sonderspiele, Zutritt zum VIP-Club ab zwei Stunden vor und bis zwei Stunden nach Spielen, kostenlose Parkplätze, sowie Hostessenservice, jedoch kein Catering. Während der Spiele wurde durch das Unternehmen im VIP-Club ein Firmen-Wimpel aufgestellt und eine Ansprache an die anwesenden Mitarbeiter und Geschäftspartner abgehalten. Aus diesem Grund behandelte das Unternehmen einen Teil der VIP-Aufwendungen als Werbung. Doch weder das Finanzamt noch das Finanzgericht folgte dieser Auffassung, da die Aufstellung des Firmenwimpels keine übliche Werbeleistung des Vereins gegenüber dem Unternehmen ist. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn der Verein für das Unternehmen über Lautsprecheransage, auf Videowänden oder im Vereinsmagazin geworben hätte. Der Unternehmer durfte die Aufwendungen damit nur insoweit als Betriebsausgaben abziehen, als die VIP-Karten eigenen Arbeitnehmern gewährt wurden. Soweit Geschäftspartner die VIP-Karten erhielten, wurde der Betriebsausgabenabzug verwehrt.

Geschenke sind zu versteuern

Doch damit nicht genug! Wer als Unternehmer von seinen Geschäftspartnern Geschenke erhält, muss diese als Betriebseinnahme mit dem ortsüblichen Preis versteuern. Das gilt selbst dann, wenn der Schenkende die Kosten für das Geschenk steuerlich nicht absetzen darf. Und auch für Arbeitnehmer fällt Steuer an, denn hier wird das Geschenk als zusätzlicher Arbeitslohn angesehen. Will der Schenkende nicht, dass der Empfänger das Geschenk versteuern muss, kann er eine pauschale Steuer in Höhe von 30 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer zahlen und den Beschenkten mit einer Zuwendungsbestätigung schriftlich darüber informieren, dass er die Steuer übernimmt.

Hinweis:

VIP-Dauerkarten sind ein gutes Instrument zur Mitarbeiterbelohnung und zur Festigung von Geschäftsbeziehungen. Es kommt dabei jedoch sehr stark auf die konkrete Ausgestaltung an, in welchem Umfang die Aufwendungen als Betriebsausgaben abziehbar sind. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollte bei der Planung und Kalkulation auch die pauschale Lohnsteuer auf Geschenke nicht vergessen werden.

(Stand: 26.02.2018)

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